ClinhiPS

Eine naturwissenschaftliche, ethische und rechtsvergleichende Analyse der klinischen Anwendung von humanen induzierten pluripotenten Stammzellen in Deutschland und Österreich.

Gesamtkoordination: Prof. Dr. Jochen Taupitz; Dipl.-Jur. Univ. Sara Gerke, M.A. Medical Ethics and Law

Förderungssumme: 625.622,60 EUR
Bewilligungszeitraum: 01.04.2016 bis 31.03.2018

Das Verbundprojekt „ClinhiPS“ analysiert die klinische Anwendung von humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPS‑Zellen) aus naturwissenschaftlicher, ethischer und rechtsvergleichender Perspektive. Erstmalig wurden hiPS‑Zellen im Jahr 2007 aus adulten menschlichen Zellen erzeugt. Nach dem klassischen Yamanaka‑Protokoll können mit Hilfe von vier Transkriptionsfaktoren – Oct3/4, Sox2, c‑Myc und Klf4 – ausdifferenzierte Körperzellen (z. B. Fibroblasten) im Labor derart „reprogrammiert“ werden, dass sie die pluripotenten Eigenschaften von humanen embryonalen Stammzellen annehmen. Pluripotente Stammzellen besitzen das Potenzial, sich in jeden der über 200 verschiedenen Zelltypen des menschlichen Körpers zu entwickeln. Die hiPS‑Zelltechnologie hat die Stammzellforschung revolutioniert. Bereits heute stellen hiPS-Zellen ein wichtiges Werkzeug für die Entwicklung von Krankheitsmodellen im Labor und für die Testung von Arzneimitteln dar. In Zukunft sollen hiPS‑Zellen ebenfalls für die klinische Anwendung nutzbar gemacht werden. Um die Ergebnisse der hiPS‑Zellforschung unter Beachtung höchster Qualitäts‑, Sicherheits‑ und Wirksamkeitsstandards erfolgreich in die klinische Praxis zu überführen, sind die mit dem Translationsprozess verbundenen naturwissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen Probleme frühzeitig zu identifizieren und etwaige Mängel und Lücken zu beheben. Das Verbundprojekt untersucht deshalb die naturwissenschaftlichen Herausforderungen einer klinischen Anwendung von hiPS‑Zellen. Weiterhin analysiert es die ethischen Fragen der klinischen Implementierung von hiPS‑Zelltherapien durch einen Vergleich der Debatten in Deutschland und Österreich mit solchen in den angelsächsischen Ländern. Ferner sollen ethische Richtlinien für hiPS‑Zelltherapien entwickelt werden. Darüber hinaus vergleicht das Verbundprojekt die deutsche Rechtslage zur klinischen Anwendung von hiPS‑Zellen mit der österreichischen Rechtslage. Es sollen die rechtlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Anwendung zukünftiger Therapien mit hiPS‑Zellen in den deutschen und österreichischen Kliniken aufgezeigt, rechtliche Probleme erkannt und Lösungsstrategien erarbeitet werden. Ferner sollen Handlungsempfehlungen für den deutschen Gesetzgeber gegeben werden. Der Verbund strebt die Veröffentlichung eines umfassenden Leitfadens zur klinischen Anwendung von hiPS‑Zellen für Ärztinnen und Ärzte, Forscherinnen und Forscher sowie Patientinnen und Patienten an.